© Christoph Stahr

Starke Leistungen in Düsseldorf - und ein gemeinsames Ziel für den Weimarer Speedklettersport

Beim Speed Circus und der Offenen NRW-Landesmeisterschaft überzeugte das Speedteam des DAV-Weimars mit starken Ergebnissen, Finalteilnahmen und Teamgeist. Damit diese Erfolgsgeschichte weitergeht, soll nun die einzige Thüringer Speedwand in unserer EnergieWände Kletterhalle Weimar saniert werden - so der Wunsch des Weimarer Leistungssports im DAV.

13.06.2026

Podestplätze, Finalteilnahmen und ein Wochenende voller Speedklettern: Beim Speed Circus und der Offenen NRW-Landesmeisterschaft sammelte das Weimarer Kaderteam wichtige Erfahrungen und überzeugende Ergebnisse. 

Speed Circus: Internationale Atmosphäre und echtes Weltklasse-Niveau

Der Speed Circus gilt als einer der größten Speedkletter-Wettkämpfe Deutschlands und lockte auch 2026 wieder zahlreiche nationale und internationale Athlet*innen nach Düsseldorf.

Für einige Weimarer war es einer der ersten internationalen Wettkämpfe. Entsprechend groß war die Aufregung - doch spätestens nach den ersten Läufen überwog die Begeisterung. Trotz wiederholter wetterbedingter Unterbrechungen durch Regen herrschte während des gesamten Wettkampfs eine großartige Stimmung.

Besonders beeindruckend war die familiäre Atmosphäre der Speed-Community. Unabhängig von Land, Verein oder Leistungsniveau unterstützen sich die Sportler*innen gegenseitig. Genau dieser Zusammenhalt macht die noch junge olympische Disziplin Speedklettern so besonders.

Sportlich konnte sich das Team des DAV-Weimars ebenfalls sehen lassen und belegte in der Teamwertung einen hervorragenden Platz als viertbeste Vereinssektion.

Für einen besonderen Weimarer Moment sorgte am Freitagabend Isabella, die sich im Wettkampf mit der späteren Siegerin Beatrice Colli messen durfte. Die Italienerin zählt zu den stärksten Speedkletterinnen Europas und gewann am Ende souverän die Veranstaltung. Isabella genoss dieses Duell sehr und ist motiviert zukünftig mit solch schnellen Athletinnen sich weiter konkurrieren zu dürfen.

Ein Zuschauer-Highlight des Speed Circus auf dem Düsseldorfer Burgplatz war der nahezu neue deutsche Rekord von Leander Carmanns, der die genormte 15-Meter-Speedroute in unglaublichen 4,89 Sekunden bewältigte - getragen von Jubel und Applaus auch unseres Weimarer Teams und zahlreichen Zuschauenden.

Nach einem langen Wettkampftag ließ das Weimarer Team den Abend gemeinsam bei Pizza ausklingen, bevor wir in der Jugendherberge neue Kräfte für den nächsten Tag sammelten.

Podestplatz bei der Offenen NRW-Landesmeisterschaft

Nur einen Tag später stand bereits die Offene NRW-Landesmeisterschaft auf dem Programm. Auch hier zeigte sich das Team des DAV-Weimars in starker Form.

In der Teamwertung erreichte Weimar einen hervorragenden dritten Platz hinter den DAV-Sektionen Kaiserslautern und Düsseldorf. 

Besonders erfolgreich war am Samstag Tristan, der in der Altersklasse U13 den zweiten Platz belegte. In der U15 erreichte er später eine Zeit von 14,52 Sekunden. Die Qualifikationszeit für den nationalen Nachwuchskader (NK2) liegt derzeit bei 11,6 Sekunden. Mit seinem Trainingsfleiß und seiner Entwicklung besteht berechtigte Hoffnung, dass ihm dieser wichtige Schritt möglicherweise bereits beim Deutschen Jugendcup in Hamburg gelingen könnte. Damit wären es potentiell vier Athlet*innen aus dem kleinen Weimar, die sich im nationalen Nachwuchskader Speed einen Platz sichern könnten.

Auch bei den erwachsenen Damen konnte sich der DAV-Weimar stark präsentieren: Isabella erreichte das Finale und belegte am Ende Platz fünf. Alessa schaffte ebenfalls den Sprung in die Finalrunde und wurde Siebte.

Bei den Herren erreichte Willy Platz sieben und Malte Platz acht.

Ein besonderes Erlebnis hatte Matteo, der gegen Linus Bader antreten durfte. Linus gehört seit Jahren zu den stärksten deutschen Speedkletterern und ist für unsere Weimarer ein absoltes Vorbild. Für junge Athleten sind solche Duelle wertvolle Erfahrungen und eine zusätzliche Motivation für das eigene Training.

Mehr als ein Wettkampf

Wer Speedklettern nur als Wettkampf gegen die Uhr betrachtet, verpasst einen wichtigen Teil dieses Sports.

Zwischen den Läufen wurde gemeinsam angefeuert, getanzt, sich mit Glitzer geschminkt, gemeinsam gelacht und natürlich auch die Zeit mit spontanen Armdrück-Wettkämpfen überbrückt. Währenddessen blickten viele immer wieder auf ihre Handys: zeitgleich waren einige Freund*innen unseres Speed-Teams des deutschen Nachwuchsleistungssports beim European Youth Cup in Zakopane Polen. 

Diese Verbundenheit zeigt, wie eng die Speedfamilie inzwischen zusammengewachsen ist - über Vereins- und Landesgrenzen hinweg. Und unsere Athlet*innen sind ein fester Bestandteil davon und sollen es auch bleiben können.